Vortrag über 'Fake oder Fakt'

'Fake oder Fakt?' war der griffige Titel einer hochinteressanten und informativen Veranstaltung des Trossinger Forum für Demokratie und Grundrechte (TFDG) am 17. Januar im Trossinger Jugendforum. Dr. Wolfgang Steuer, eines der Gründungsmitglieder des TFDG, erinnerte zunächst an die Gründung des Forums, erwähnte auch kurz die bisherigen Aktionen und die Ziele. Gehalten wurde der Vortrag von Dr. Katja Friedrich, Referentin bei der Landeszentrale für politische Bildung Bayern.

Katja Friedrich begann ihre Präsentation mit einem kleinen Quiz, das dem Publikum die Schwierigkeit vor Augen führte "Fake News" von wahren Meldungen unterscheiden zu können. Dabei war die Hand mit sechs Fingern auf einem gefälschten Foto noch leicht zu erkennen - schwieriger verhielt es sich mit verleumderischen Meldungen, wie z.B. einer Fotografie mit der irreführenden Überschrift "Afghanen verpassen Flug" - so gesehen bei Bild online - einem Beispiel, wo gezielt ein falscher Eindruck bei der Leserschaft erweckt wurde.

Das Kernthema von Katja Friedrich war politische Desinformation im Netz. Sie bezeichnete es als vordringliche Gefahr, da es hierbei um eine Kommunikationsstrategie gehe, die die Demokratie untergraben soll bzw. seriöse Medien desavouiert und unglaubhaft gemacht werden sollen. Katja Friedrich zeigte auf, dass dies auf mehrere Art geschieht: Dies beginne bei irreführender Realitätsbeschreibung und setzt sich in der Verzerrung von falscher und richtiger Darstellung fort. Diese Strategie werde inzwischen von Expert*innen und Bürger*innen als vordringliche Gefahr empfunden. Hier betonte die Referentin die Gefahr dieser Desinformation, indem sie auf die komplexen Folgen einging.

Insgesamt sei aber die Situation in Deutschland (noch) nicht besorgniserregend, da nur eine kleine Minderheit der Menschen in Deutschland für politische Desinformation empfänglich sei. Im Anschluss daran gab Friedrich eine Übersicht über die einflussreichsten Personen (z.B. Alina Lipp oder Julian Reichelt) und Gruppen, die an der Desinformation und Destabilisierung beteiligt sind. Eindeutig war die Aussage, dass politische Desinformation ein rechtspopulistisches bis rechtsnationales Problem sei.

Schließlich wurden die Zuhörer*innen noch kompetent und verständlich über die strafrechtliche Relevanz der Verbreitung von Falschinformation informiert.

Als praktische Hilfestellung ging Katja Friedrich noch darauf ein, wie man Desinformation entlarven könne: Dabei stünden zunächst die elementaren W-Fragen (Wer? Was? Wie? Warum?) im Zentrum - insbesondere das Warum, also die Frage nach der Intention einer 'Meldung' oder eines Posts: Geht es ums Informieren, Unterhalten, Erzeugen von Aufmerksamkeit, Überzeugen oder ums Manipulieren? Besonders hilfreich seien seriöse Faktenchecker, wie Correctiv, ARD-Faktenfinder oder Mimikama.

Nach einer Fragerunde, in der mehrfach Dank und Hochachtung der Referentin gegenüber geäußert wurde, endete dieser Abend mit dem gemeinsamen Gefühl aller Teilnehmenden: Diesen Vortrag sollte jede*r Trossinger*in sehen und hören!